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<title>Maria Ammann</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Maria Ammann</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Maria Elisabeth Ammann</b> (* <a href="5._April" title="5. April">5. April</a> <a href="1900" title="1900">1900</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>; † <a href="14._Oktober" title="14. Oktober">14. Oktober</a> <a href="1972" title="1972">1972</a> in <a href="Brixen" title="Brixen">Brixen</a>) war eine deutsche Wohlfahrtspflegerin und langjährige Leiterin der <a href="Katholische_Stiftungsfachhochschule_M%C3%BCnchen" class="mw-redirect" title="Katholische Stiftungsfachhochschule München">Sozialen und Caritativen Frauenschule</a> in München.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Wirken">Leben und Wirken</h2></div>
<p>Maria Ammann war das fünfte von sechs Kindern des Orthopäden Ottmar Ammann und seiner Ehefrau <a href="Ellen_Ammann" title="Ellen Ammann">Ellen Ammann</a>. Nach dem Abitur studierte sie an den Universitäten <a href="Universit%C3%A4t_Stockholm" title="Universität Stockholm">Stockholm</a> und <a href="Ludwig-Maximilians-Universit%C3%A4t_M%C3%BCnchen" title="Ludwig-Maximilians-Universität München">München</a> <a href="Volkswirtschaftslehre" title="Volkswirtschaftslehre">Volkswirtschaftslehre</a> und <a href="Philosophie" title="Philosophie">Philosophie</a>. An der Münchener Universität promovierte Maria Ammann 1925 zum Doktor der <a href="Staatswissenschaften" title="Staatswissenschaften">Staatswissenschaften</a>. Das Thema ihrer Dissertation lautete: <i>Die volkswirtschaftliche Bedeutung der in der staatlichen und kommunalen geschlossenen Wohlfahrtspflege tätigen katholisch religiösen Frauengenossenschaften</i>.
</p><p>1929 übernahm sie die Leitung der <i>Sozialen und Caritativen Frauenschule</i> in München, die von ihrer Mutter ins Leben gerufen worden war. Seinerzeit beklagte sie, dass die Schule „in katholischen Kreisen und bei der katholischen Geistlichkeit noch nicht genügend bekannt [ist], so daß immer eine nicht unbedeutende Anzahl von Töchtern aus gut katholischen Familien auf die interkonfessionellen Schulen geht und dort in liberalen, humanitären oder sozialistischen Ideengängen erzogen wird“.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Maria Ammann führte die Schule durch die schweren Jahre der Nazi-Diktatur. Im Jahre 1934 schrieb sie über den Fürsorgeberuf und seine Zukunft sowie über die Ausbildung:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Der Fürsorgeberuf ist ja ein unumstritten fraulicher und wird auch im neuen Staat eine Zukunft haben, denn in irgend einer Richtung wird die Wohlfahrtspflege immer notwendig sein, wenn vielleicht auch die Form der Tätigkeit sich ändert, indem das Schwergewicht der Arbeit auf vorbeugende Fürsorge, Werkfürsorge und gesundheitliche Maßnahmen verlegt wird […] Die soziale Frauenschule gibt eine sehr umfassende Bildung, sowohl allgemeiner, als auch berufstechnischer Art. Sie versucht die jungen Mädchen zu verantwortungsbewußten, katholischen deutschen Frauen zu erziehen, die ihre ganze Kraft in den Dienst des Volkes und des Gottesreiches stellen […] Die Aufgabe dieser Bildungsstätte ist es, neben der Wissensvermittlung, die charakterliche und religiöse Vertiefung möglichst zu fördern. Brauchen wir doch heute mehr denn je, überzeugte, starke katholische Menschen, die mit Einsatz ihrer ganzen, reifen Persönlichkeit eintreten für Gott und Vaterland.“<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Immer wieder befürchtete Maria Ammann die Schließung der konfessionellen Schule, die von den lokalen Parteispitzen allein schon wegen ihrer christlichen Ausrichtung abgelehnt wurde. Letztlich konnte sie das gefürchtete Aufhebungsdekret nicht verhindern. Die Bildungsinstitution musste nach Ostern 1941 ihren Betrieb einstellen und sämtliche Seminaristinnen auf die staatliche Soziale Frauenschule überführt.
</p><p>Maria Ammann verdiente ihren Lebensunterhalt durch das Gießen und Bemalen von Zinnfiguren. Als gläubige Katholikin, dazu noch Tochter von <a href="Ellen_Ammann" title="Ellen Ammann">Ellen Ammann</a>, die als Landtagsabgeordnete 1923 wesentlich dazu betrug, den <a href="Hitlerputsch" title="Hitlerputsch">Hitlerputsch</a> zu vereiteln, sowie Schwester des Theologen und Kirchenhistorikers <a href="Albert_Maria_Ammann" title="Albert Maria Ammann">Albert Maria Ammann</a>, war Maria Ammann den NS-Machthabern ein Dorn im Auge und manchen Bedrohungen ausgesetzt<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p>Nach 1945 begann sie sofort mit dem Wiederaufbau der zerbombten Schule und im Juli 1946 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Maria Ammann förderte 1955 den Pilotversuch, in die <i>Soziale und Caritaive Frauenschule</i> männliche Studierende aufzunehmen. Dies war seinerzeit für die Schulleiterin keine einfache Entscheidung. Sie schrieb:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Natürlich stellte die Vorbereitung von Männern für ihnen gemäße Berufsmöglichkeiten im sozialen Bereich völlig neue Anforderungen an uns und unsere Dozenten. Auch war es für uns alle nicht leicht, uns auf die völlig unterschiedliche Haltung der weiblichen und männlichen Studierenden zu Schule und Beruf einzustellen und jedem das für ihn Wichtige in der geeigneten Form zu bieten. Die Erfahrungen, die wir dabei sammelten, veranlaßten uns dazu, für die Gründung einer Katholischen Sozialen Schule für Männer in München einzutreten.“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Zusätzlich zu ihren Verpflichtungen als Schulleiterin war Maria Ammann noch Vorsitzende der <i>Bildungkommison</i> des <i>Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes</i>.
</p><p>Im Sommer 1961 übergab Maria Ammann die Bildungsinstitution an <a href="Martha_Krause-Lang" title="Martha Krause-Lang">Martha Krause-Lang</a>. Ihren Lebensabend verbrachte sie in <a href="Alt%C3%B6tting" title="Altötting">Altötting</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Auszeichnungen">Auszeichnungen</h2></div>
<p>Mit dem <a href="Bayerischer_Verdienstorden" title="Bayerischer Verdienstorden">Bayerischen Verdienstorden</a> wurde sie am 14. Mai 1965 geehrt. Am 1. Juni 1970 wurde Maria Ammann, zum 100. Geburtstag ihrer Mutter, mit dem Päpstlichen Orden <a href="Pro_Ecclesia_et_Pontifice" title="Pro Ecclesia et Pontifice">Pro Ecclesia et Pontifice</a> ausgezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke">Werke</h2></div>
<ul><li><i>Die volkswirtschaftliche Bedeutung der in der staatlichen und kommunalen geschlossenen Wohlfahrtspflege tätigen katholisch religiösen Frauengenossenschaften.</i> München 1925</li>
<li><i>Statistik der Tätigkeit der katholisch caritativen Genossenschaften und Vereinigungen der öffentlichen und privaten interkonfessionellen Wohlfahrtspflege in Deutschland.</i> Freiburg/Breisgau 1926</li>
<li><i>Berufswahl für Mädchen. Die Fürsorgerin.</i> In: Klerusblatt 1932/H. 11, S. 186</li>
<li><i>Soziale und caritative Frauenschule des katholischen Frauenbundes.</i> In: <a href="Martha_Krause-Lang" title="Martha Krause-Lang">Martha Krause-Lang</a> (Hrsg.): <i>Ellen Ammann-Schule. Höhere Fachschule für Sozialarbeit.</i> Eichstätt 1964, S. 9–14</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Manfred_Berger_(P%C3%A4dagoge)" title="Manfred Berger (Pädagoge)">Manfred Berger</a>: <i>Ammann, Maria Elisabeth.</i> In: <a href="Hugo_Maier" title="Hugo Maier">Hugo Maier</a> (Hrsg.): <i>Who is who der sozialen Arbeit.</i> Freiburg/Breisgau 1998, S. 41–42</li>
<li>Manfred Berger:&nbsp;<i>Ammann, Maria Elisabeth.</i> In: <i><a href="Biographisch-Bibliographisches_Kirchenlexikon" title="Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon">Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon</a></i> (BBKL). Band 20, Bautz, Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3, Sp. 34–37.</li>
<li>Manfred Berger: Führende Frauen in sozialer Verantwortung: Maria Ammann, in: Christ und Bildung 1998/H. 1, S. 35</li>
<li>Manuel Behringer: 1<i>00 Jahre soziales Lernen und Lehren. Von sozial konfessionell gebundenen Schulungskursen zur Katholischen Stiftungsfachhochschule.</i> München 2009 (unveröffentlichte Diplomarbeit)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Ammann 1932, S. 186.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Zitiert nach Behringer 2009, S. 64.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Behringer 2009, S. 75 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Ammann 1964, S. 9</span>
</li>
</ol>
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